Altreserven


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Vorbemerkung

Im Rahmen der Handänderung von Aktien muss der Käufer die sog. Altreservenpraxis beachten. Reserven, die während der Zeit, in welcher die Aktien einer Schweizer Unternehmung in ausländischem Besitz sind, erwirtschaftet und nicht oder in ungenügendem Ausmass ausgeschüttet werden, werden unter dem Begriff "Altreserven" subsumiert. Bei dieser sog. Altreserventheorie geht es vor allem darum, dass die definitive Verrechnungssteuerbelastung ausschüttbarer Reserven künftig durch einen Aktionariatswechsel in der Regel reduziert wird, obwohl sie bereits vor dem Wechsel im Aktionariat ausschüttungsfähig wären und dadurch potentiell der höheren Verrechnungssteuerbelastung unterliegen würden. Dabei stehen folgende zwei Vorgänge im Vordergrund:
  • Übertragung einer Gesellschaft von einem Ausländer auf einen Inländer
Überträgt ein ausländischer Aktionär einer Schweizer Gesellschaft seine Anteile auf einen Inländer und verfügt die Gesellschaft im Zeitpunkt der Übertragung über ausschüttbare Reserven, so wird die ESTV bei einer künftigen Ausschüttung dieser Reserven ihre sog. Altreservenpraxis anwenden und die vollständige Rückerstattung der Verrechnungssteuer verweigern. 
  • Beteiligungsübertragung zwischen Ausländern
Verkauft der ausländische Anteilsinhaber einer Schweizer Unternehmung seine Anteile an einen anderen Ausländer und bewirkt diese Übertragung der Anteilsrechte eine Reduktion des Sockelsteuersatzes, so wird die ESTV  bei künftigen Ausschüttungen bereits im Zeitpunkt der Beteiligungsübertragung vorhandenen Rerserven bei der Rückerstattung der Verrechnungssteuer in der Regel das unter der alten Beteiligungsstruktur geltende DBA anwenden.